Kirschlorbeer Krankheiten

Frostschade bei Kirschlorbeer
Wir beginnen gleich mit dem wichtigsten oder jedenfalls bekanntesten Nachteil des Lorbeers im Allgemeinen. Dies ist ein Thema, das in den letzten Jahren und unserer Meinung nach zu Recht, etwas weniger Aufmerksamkeit erhielt. Ich weiß noch genau, dass einige Jahre, nachdem wir begonnen haben, Heckenpflanzen nach Deutschland zu liefern, auf einen Schlag ein Abwärtstrend beim Lorbeer entstanden war. Wenn ich mich richtig erinnere, war dies der Winter 2009/2010. In vielen Gärtnereien und bei vielen Kunden in Deutschland waren alle neu gepflanzten Lorbeerpflanzen durch Frost stark geschädigt. Zwei Jahre gab es kaum Interesse an Lorbeer. Langsam aber sicher ist dies vergessen und der Lorbeer ist mittlerweile wieder stark gefragt. Eine Lorbeerhecke, die schon einige Jahre steht und dicht gewachsen ist, wird aber nicht so schnell einfrieren, vor allem nicht in einer geschützten Umgebung wie in einem Neubauviertel. Wenn der Schade nicht zu groß ist, kann unser Heckenkraft der Pflanze im Frühling helfen beim neu Austreiben und das Bilden von Knospen, vor allem Heckenkraft-1 sorgt dafür aber Kombiniert mit Heckenkraft-Extra wirkt es noch besser (Verbrennung ist hierbei nicht möglich).


Gelbe Blätter am Lorbeer
Auch immergrüne Pflanzen wechseln ihre Blätter. Dies geschieht aber so langsam, dass es nicht auffällt. Wenn die Pflanze aber aufgrund von Hitze oder Trockenheit ein bisschen gestresst ist, werden Blätter abgeworfen, um Energie zu sparen. Auch bei extremer Nässe ist dies möglich, kommt aber viel seltener vor. Die Blätter verfärben sich erst gelb und fallen dann ab. Dies ist auch oft der Fall, wenn die Pflanzen im Frühjahr austreiben. Vor allem dann, wenn sie weniger als ein halbes Jahr eingepflanzt sind. Das Austreiben kostet Energie, Wasser und Nährstoffe. Wenn die Zufuhr an Wasser und Nährstoffen nicht ausreicht, werden Blätter abgeworfen. Dies kann beispielsweise auftreten, weil die Pflanzen noch nicht richtig eingewurzelt sind, es sehr trocken ist oder der Boden nicht genug Bodenleben besitzt, sodass der Pflanze nicht genug Nährstoffe zur Verfügung stehen. Gelbe Blätter sehen für einen Laien meistens dramatischer aus, als sie sind. Wenn in unserem eigenen Garten oder in der Gärtnerei viele gelbe Blätter auftreten, dann weiß ich, dass Kunden wieder anrufen oder mailen. Denn oft ist das dann auch bei ihnen der Fall. Wenn gleichzeitig mit den gelben Blättern neue Ausläufer zu sehen sind, ist meistens alles in Ordnung. Wenn etwas mehr Wasser gegeben wird und die gelben Blätter mit der Hand entfernt werden, ist das Problem meistens schnell behoben. Dieses Phänomen tritt übrigens bei allen Lorbeerarten sowie Kirschlorbeer Etna und Kirschlorbeer Novita auf und sogar auch bei Eiben (doch dann geht es um gelbe Nadeln natürlich). Auch hier gilt wieder, je besser die Bodenbedingungen, desto weniger stark das Phänomen, das dann auch schnell wieder verschwindet.

Mehr erfahren über das Thema gelbe Blätter beim Kirschlorbeer? Hier erfahren Sie mehr.


Schimmel und Bakterieninfektionen
Eine hohe Luftfeuchtigkeit, in Kombination mit weichem Wachstum und Platzregen fördert die Infektionsgefahr durch verschiedene Bakterien und Schimmel. Auch das gegenübergestellte, Dürre, kann Schimmel und Bakterieninfektionen

Risse (Löcher) in den Blättern, Schrotschuss
Diese Hagelschäden nennt man in den Niederlanden Schrotschuss, weil es aussieht, als ob Schrot durch die Blätter gegangen ist. Ich weiß nicht genau, ob es in Deutschland auch so genannt wird, reagieren Sie ruhig auf diesen Blog uns lassen Sie es mich wissen. Ob sie den Schrot aus einer Schrotflinte oder den normalen Hagel meinen, weiß ich nicht ;-). Beides ist in jedem Fall nicht die Ursache;-). Etliche Schimmel- und Bakterienarten können beim Prunus Schrotschuss verursachen. Beide Verursacher können gleichzeitig auftreten.

 

Schrotschuss ist darum der Sammelbegriff für mehrere Infektionen. Die Krankheit zeigt sich vor allem auf den Blättern der Pflanze. Es treten kleine violette/rote Flecken mit einer gelben Mitte auf. Die Pflanze bildet rund um die Infektion eine natürliche Barriere. Der Fleck stirbt ab und verfärbt sich dabei braun. Durch das Abfallen des toten braunen Gewebes entstehen Löcher im Blatt. Wenn die Umstände im Boden usw. weiter gut sind (ich habe sie nun oft genug genannt), muss nichts weiter unternommen werden. Es sieht zeitweise nicht so schön aus, aber die betroffenen Blätter werden im Laufe der Zeit abfallen und die Pflanze regeneriert sich selbst.

 

Lesen Sie mehr dazu in einem Artikel speziell über "Schrotschusskrankheit"


Gekräuseltes Blatt, eingerollte Blätter
Dies weist meistens auf Mehltau hin. Davon gibt es zwei Hauptarten. In den Niederlanden nennen wir sie echten und falschen Mehltau. Welche der beiden zutrifft, ist für Sie nicht wirklich wichtig. Um Sie nicht länger auf die Folter zu spannen - beide sind nicht wirklich dramatisch.

 

 

Echter Mehltau: Ein weißer, pelziger Schimmel auf der Oberseite der Blätter. Später rollen sich die Blätter zusammen und fallen ab. Falscher Mehltau: Ein weißer Schimmel an der Unterseite der Blätter, die auch durch Verletzung des Blattes lokal eine andere Farbe erhalten. Auch hierbei kann sich das Blatt kräuseln.


 Bekämpfung dieser Schimmel und Bakterieninfektionen

Mehltau im Herbst ist kein Problem. Es liegt (meist jedes Jahr) nur am letzten zweiten Schub, den die Pflanze gemacht hat. Dieser letzte Wachstumsschub tritt beim Lorbeer oftmals spät in der Saison auf; er kann daher nicht genug abhärten. Dieses schwache Blatt wird darum fast immer von der einen oder anderen Mehltauart angegriffen.

Eine Behandlung für Schimmel und/oder Bakterieninfektionen ist unserer meinung nach eigentlich unnötig. Die Pflanze leidet nicht wirklich und wird nicht eingehen. Der einzige Nachteil ist das Aussehen der Pflanze. Dieses wird eingeschränkt. Sie können darum die befallenen Stellen am besten abschneiden. Das sieht etwas frischer aus. Wenn Sie sie einfach stehen lassen, wächst die Pflanze im Frühjahr einfach wieder hindurch.

 

Noch eine weitere Info: Mehltau im Herbst müssen Sie nicht als echte Krankheit ansehen. Im Sommer greift Mehltau nur schwache, kranke oder verkümmerte Pflanzen an. Damit zeigt er an, dass am Standort der Pflanze etwas verbessert werden muss, z. B. die Durchlässigkeit des Bodens oder das Bodenleben. Es kann auch nach einem starken Rückschnitt auftreten, aber das ist nicht schlimm. Es wird eventuell Mehltau entstehen, das legt sich im Wachstum aber wieder. Das Gleiche gilt auch für den Schrotschuss; es sieht nicht schön aus, aber es geht von selbst vorbei.


Düngen ist gut, aber nicht dem falschen Dünger zum falschen Zeitpunkt...

 

Ich möchte es hier nicht komplizierter machen, als es ist, aber es ist tatsächlich so, dass man zum falschen Zeitpunkt düngen kann. Wenn Sie im Herbst beispielsweise ein Düngemittel mit viel Stickstoff verabreichen, dann machen Sie die Pflanzen sensibel/empfindlich für Frostschäden. Geben Sie Ihrer Hecke im Frühling Kalk, was nicht komplett abwegig ist, denn Kalk ist sehr wichtig!, dann wird sie nicht so gut wachsen. Eine Schrottschusskrankheit und Mehltau bei Kirschlorbeer kann beispielsweise durch die Verabreichung von Stickstoff zum falschen Zeitpunkt begünstigt werden.